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Weiterbildungsreihe
für Ehrenamtliche

 

Angebot für Engagierte in der Flüchtlingsarbeit im Kirchenkreis

Eine Herausforderung für die offene Bürgergesellschaft ist die Integration von Flüchtlingen durch gute Netzwerke von Haupt- und Ehrenamtlichen.
„Viele Menschen erleben ihren ehrenamtlichen Einsatz für Flüchtlinge als große
Bereicherung ihres Lebens. Neben der Freude, die das Engagement mit sich
bringt, kommt es durch das hautnahe Erleben der schwierigen Lebensumstände der geflüchteten Menschen aber auch zu Belastungen, die für die Helferinnen und  Helfer nicht einfach zu ertragen sind.“, erläutert Timo Schneider, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Altenkirchen die Situation von Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit.

Vor diesem Hintergrund hat die Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Rheinland-Pfalz (ELAG) gemeinsam mit dem Diakonischen Werks Altenkirchen eine Fortbildungsreihe entwickelt, die vor Ort Workshops, Seminare und Vorträge für alle an, die in der Arbeit mit Geflüchteten engagiert sind (Ehrenamtliche, Hauptamtliche und andere Akteure) anbietet. Bei dem Projekt mit dem Titel ‚KommZivil‘ handelt es sich um ein Pilotprojekt für das Land Rheinland-Pfalz. Nach einer erfolgreichen Durchführung, soll das Projekt in ganz Rheinland-Pfalz angeboten.
KommZivil ist eine Wortschöpfung aus „Kommunikation“ und „Zivilgesellschaftliches Engagement“. Die Fortbildungsreihe unterstützt Menschen darin, dass der ursprüngliche Sinn des Wortes Kommunikation – communicare = etwas miteinander teilen – lebendig ist und auch in schwierigen Situationen lebendig bleibt.
„Ziel des Projekts ist eine funktionierende und wertschätzende Zusammenarbeit zwischen haupt- und ehrenamtlich Engagierten und geflüchteten Menschen sowie die längerfristige Integration der Flüchtlinge in ihr regionales Umfeld.“, so Karola Büchel, Geschäftsführerin der ELAG.

Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, das Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz und die Landeszentrale für Politische Bildung Rheinland-Pfalz.

Die ersten Seminare der Fortbildungsreihe mit dem Thema „Die Freude am Ehrenamt erhalten! Selbstfürsorge-Tipps für Ehrenamtliche“ finden am 23. Juni, 15.30 –19 Uhr in Daaden und am 30. Juni, 15 –18.30 in Altenkirchen statt.
Geleitet werden die Workshops von den Diplom-Psychologinnen Carolin Wolff und Laura Leifeld vom Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge des Diakonischen Werks Altenkirchen. Die Referentinnen werden Anregungen geben, welche Strategien es zum Umgang mit den spezifischen Belastungen im Feld der Flüchtlingsarbeit gibt und aus ihrer Berufspraxis berichten.

Die weiteren Seminarthemen und -termine sind:


3. Juli, 10 –16.30 / Altenkirchen
Zusammen bewirken wir mehr: Haupt- und Ehrenamtliche entwickeln tragfähige Formen der Zusammenarbeit für Hauptamtliche
25.–26. August, Fr 15 – Sa 13.00 / Altenkirchen
Los geht’s: Projekte gemeinsam umsetzen – Erfahrungen, Ideen, Grenzen, Kooperationen für Ehren-/Hauptamtliche und Flüchtlinge
September / Oktober
Umgang mit Populismus, Ablehnung, Anfeindungen, eigenen Ängsten, Fremdheit für Ehren-/Hauptamtliche, Flüchtlinge
Oktober / November
Nutzung digitaler Medien für die Kommunikation im Netzwerk und mit der Bevölkerung für Ehren-/Hauptamtliche, Flüchtlinge
Dezember
Erkennen von Traumatisierung in Alltagssituationen für Haupt-/Ehrenamtliche

Die Seminarthemen wurden als Ergebnis von Workshops mit ehrenamtlichen festgelegt, die von ELAG und Diakonischen Werk Ende 2016 durchgeführt wurden.

Weitere Informationen über die Fortbildungsreihe und Anmeldung bei der ELAG, Tel. (06131) 67 77 10, elag@mainz-online.de oder www.elag.de/fluechtlinge-in-rheinland-pfalz/kommzivil oder beim Diakonischen Werk Altenkirchen, (02681) 8808 20, info@diakonie-altenkirchen.de oder www.diakonie-altenkirchen.de/helfer-fuer-helfer.

 

 

 

 

Richtiges Gepäck für 
die Reise des Lebens

 

Gottesdienst im Regio-Bahnhof in Wissen half beim Packen

Volles Haus

Volles Haus beim Gottesdienst auf der Galerie des Regio-Bahnhofs in Wissen

 

Nicht nur gedanklich hieß es „Umpacken“ beim außergewöhnlichen Gottesdienst auf dem Wissener Regio-Bahnhof. Welches Gepäck ist letztlich dienlich bei der Lebensreise? Was ist Ballast und bedrückt nur?

Im wahrsten Sinne des Wortes „umpacken“ mussten die Aktiven der Evangelischen Kirchengemeinde Wissen aber auch, damit sie einen Gottesdienst an ungewöhnlicher Stelle anbieten konnten. Mitten im Getümmel des sonntäglichen Bahnhofs ließen sie den „RE 1517 – Der Zug zur Seligkeit?!“ starten und erreichten mit ihrem Angebot auf der Bahnhofsgalerie viele erwartungsfroh herbeigeströmten GottesdienstbesucherInnen, aber auch etliche andere Menschen, die sich zwischen den An- und Abfahrten auf den Gleisen für kurze Momente für einen besonderen „Zwischenstopp“ dazugesellten.

Akteure GO

Das Team des Gottesdienstes (v.r.) Pfarrerin Kirsten Galla, Jugendleiterin Svenja Spille und Pfarrer Marcus Tesch. Alle Fotos: Petra Stroh

Eifrig geplant und gewerkelt wurde im Vorfeld des Gottesdienstes außerhalb der gewohnten Kirchenmauern. Vorbereitet wurde der Gottesdienst mit ganz viel Musik vom Team rund um Gemeindepfarrer Marcus Tesch, Pfarrerin Kirsten Galla und Jugendmitarbeiterin Svenja Spille. Mitgestaltet wurde er vom Posaunenchor der Kirchengemeinde (Leitung: Sabine Roesner) und dem Gospelchor „Da capo – Living Gospel“ (Leitung Daniela Burbach). Sie sorgten dafür, dass die wunderbaren Töne nicht nur die GottesdienstbesucherInnen erfreuten, sondern auch weithin hörbar das frühlingshafte Siegstädtchen erfüllten.
Die Männergruppe der Kirchengemeinde, sowie die Herren Quast und Weber von der Stadt Wissen hatten schon am frühen Morgen feste zugepackt und Stühle geschleppt und das Galerien-Areal in eine besondere Gottesdienststätte verwandelt.

Schweres Gepaeck

Braucht es für die „Lebensreise“ wirklich so schweres Gepäck? Pfarrer Marcus Tesch hatte schon einen extrem schweren Koffer auf dem Bahnhof stehen. Voll gefüllt mit allem, was der Mensch zu brauchen scheint. Alles eingepackt, damit er gesund, gelehrt, sportlich und leistungsfähig rüber kommt. Den schweren Brockhaus, die dicken Hanteln, Terminkalender in Hülle und Fülle, aber auch Motoröl, damit es wie „geschmiert“ laufen kann und die Whiskeyflasche, damit Misslungenes „schön getrunken“ werden kann. Mit solcherlei Gepäck sah er sich gut gerüstet und stieß bei jeder Auspackaktion nur auf Kopfschütteln seiner Bahnhofsbegegnung Svenja Spille.

Beider Gedanken rund um die Kofferfülle wurden von Pfarrerin Kirsten Galla aufgegriffen, die ihrerseits im Jubiläumsjahr noch einmal deutlich machte, was die reformatorischen Gedanken den Christenmenschen an „Erleichterung“ bescherten. Das deutliche Wort Gottes an die Menschen, dass sie nicht allein unterwegs sein brauchen, dass er ihnen „Seilschaft“ anbietet, ihnen seinen Sohn Jesus Christus als besonderen „Schaffner“ auf der Lebensreise zur Seite stellte, ihnen die Liebe schenkt und dass der „Schatz der Bibel“ in vielen Lebensstationen als „Kursbuch“ helfen kann, hob sie heraus und hatte symbolträchtig dieses Gepäck für den Lebenskoffer parat.

Seilschaft

 

„Immer noch schwer, aber viel leichter als das alte Gepäck“ empfand Pfarrer Marcus Tesch am Ende des Gottesdienstes schließlich seinen umgepackten Koffer. „Der Druck ist genommen: statt ‚ich muss’ habe ich jetzt ‚ich kann/ich darf’ vor Augen – das erleichtert mich!“

Vielleicht ebenfalls ‚leichter’, vielleicht sogar beschwingt, gingen die GottesdienstbesucherInnen, die trotz der schon 150 gestellten Stühle in großer Zahl nur stehend dabei sein konnten, nach rund 60 Minuten  weiter auf ihre unterschiedlichsten Lebensreisen.
Dankesworte und Beifall gab es für die vielen Mitwirkenden – insbesondere auch für die Bläserinnen und Bläser und den Gospelchor.

Posaunenchor Wissen

Gospelchor

 

Gottesdienstsplitter:

Selbstverständlich gab es inmitten des Bahnhofs – dort wo so allerlei angepriesen wird – auch einen „kirchlichen Werbeblock“:

Alle Infos und Termine unter: www.kirchenkreis-altenkirchen.de

Außergewöhnlich auch manche Gottesdienst-Zaungäste:
Mäuse – die sogenannten „armen Kirchenmäuse“ hat mancher Kirchenbesucher vielleicht schon mal erblickt, denn die kleinen Nager finden in den großen Kirchengebäuden so manches Löchlein zum Einschlupfe. Aber eine Ratte im Gottesdienst? So was kann nur erleben, wer sich raustraut aus den Kirchenmauern und in die Öffentlichkeit geht. Da spaziert dann halt mal ein Passant mit Ratte auf dem Kopf zwischen den GottesdienstbesucherInnen umher…
Es war dem Nagetier dann aber offenbar doch zuviel der Aufmerksamkeit und es verzog sich lieber im Hemdkragen seines Besitzers und ließ die Gottesdienst-Momente nur noch „unterhemdisch“ an sich heran…

Der Gospelchor „Da capo – Living Gospel“ (Leitung Daniela Burbach) begeisterte nicht nur beim Bahnhofs-Gottesdienst in Wissen, sondern wird seine mitreißende Musik auch beim Deutschen Kirchentag in Berlin und beim ökumenischen Christusfest auf der Festung Ehrenbreitstein am Pfingstmontag erklingen lassen.

Ein dickes DANKESCHÖN gab es für alle Mitwirkenden und die Helferinnen und Helfer des Bahnhofs-Gottesdienstes, aber auch für die Unterstützer (Stadt Wissen und Kulturwerk). Klar war: Nur das gute Miteinander hatte so ein Ereignis möglich gemacht!

Nur rund zehn Minuten dauerte es, bis aus dem „Gottesdienstort Bahnhof“ wieder ein „Alltagsort“ wurde. Kräftig packten viele Engagierte mit an!

Die Kollekten des Gottesdienstes - über 360 Euro kamen zusammen - kommen der Kinder- und Jugendarbeit der Kirchengemeinde Wissen und der Landeskirche zugute. DANKESCHÖN!