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Die glauben, werden
grünen wie ein Baum…

Pflanzaktionen im Jubiläumsjahr schaffen Erinnern

 

baumpflanzen

Foto: Martina Märzheuser

„Wenn wir heute  hier in Gebhardshain eine Luthereiche pflanzen, soll uns diese Aktion an dreierlei erinnern: Was auch immer auf uns zukommen mag: Gott ist da und trägt uns. Im Glauben werden wir grünen wie ein Baum, wenn wir all unser Vertrauen auf den lebendigen Gott setzen, der Jesus Christus von den Toten auferweckt hat und auch uns einst von den Toten auferwecken wird.
Vielleicht steht dieser Baum noch beim 1000-jährigen Reformationsjubiläum, wenn wir uns - wie es Gott sich von uns wünscht - einsetzen für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung!“ Gemeindepfarrer Michael Straka setzte bei der Pflanzaktion am Gebhardshainer Festplatz – mitten im kommunalen Herzen der Gemeinde – ein Hoffnungspflänzchen anbei: „Möge diese Traubeneiche alle, die an ihr vorübergehen, daran erinnern, dass wir einen Gott haben, der uns liebt und trägt!“

Segensreiches Nass von Oben begleitete das Pflanzen der stattlichen Traubeneiche auf dem Festplatz. Neben Gemeindepfarrer Michael Straka und Presbyteriumsmitgliedern, waren Konfirmanden  und Gemeindemitglieder anwesend, Mitglieder des Gemeinderates und Ortsbürgermeister Jürgen Giehl, aber auch Pfarrer Reuschenbach und Diakon Marco Kötting von der katholischen Kirche und demonstrierten damit das gute ökumenische Miteinander vor Ort.
Initiiert hatte die Pflanzaktion Georg Weyer von der Kirchengemeinde Gebhardshain und konnte dabei auf bewährte HelferInnen setzen: Gut vorbereitet waren Pflanzloch und Gerätschaften und so konnten die Arbeiten auch bei wenig angenehmen Temperaturen und Nieselregen gut von der Hand gehen.
Pfarrer Straka begleitete die Aktion mit Gedanken und Informationen rund um die Geschichte des „Lutherschen Apfelbäumchens“.

Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“
Martin Luther hat den Satz gesagt, so ist es überliefert. Ob der Reformator das wirklich so gesagt hat, ist umstritten.Dieser Satz lässt sich ihm aber nicht belegbar nachweisen.
Wahrscheinlich wurde dieser Spruch dem Reformator in der schwierigen, zwischen Verzweiflung und Hoffnung schwankenden Situation nach dem Zweiten Weltkrieg in den Mund gelegt, vermutet Volkmar Joestel, Autor des Buches „Legenden um Martin Luther und andere Geschichten aus Wittenberg“. Dennoch, dieser Satz passt gut zu Luther, zeigt er doch tiefes Gottvertrauen.
Und er steht für eine richtig trotzige Zuversicht: Die Welt mag untergehen, aber ich glaube trotzdem an eine Zukunft!
Beides ist typisch Luther. Und darum darf man ihm diese frommen Worte getrost in den Mund legen.
Gerade das Fruchtbare mit dem Apfelbäumchen gefällt mir. Wo Menschen Zerstörung erleben, da möchte ich nicht aufhören zu glauben, dass Neues wachsen kann.
Gerade jetzt, wenn ich das unglaubliche Elend der Menschen sehe im Nahen Osten und anderswo auf dieser Welt.
Wo man wirklich den Eindruck bekommt, da geht gar nichts mehr.
Ich wünsche diesen Menschen dort, dass ihnen ihr Glaube oder das Leben eine Hoffnung gibt: Das Leben geht weiter, es gibt einen neuen Anfang!
Einen Apfelbaum pflanzen, das heißt für mich weiterschauen, über den eigenen Horizont hinaus. Es ist typisch bei uns, finde ich, in unserer sehr Ich-zentrierten Gesellschaft.
Wenn Menschen das Gefühl haben, da kommt etwas Bedrohliches auf uns zu, dann ist die Reaktion: Ich bringe noch schnell mein Hab und Gut in Sicherheit. Da sollten wir uns anders verhalten. Erst recht da, wo das auf Kosten anderer geht. Da wo Menschen ausreißen, sollten wir neu anpflanzen.
Der Reformator Martin Luther liebte die Fülle der Natur.
Das frische Grün der Bäume im Frühling und Sommer erinnerte ihn an die „Gnade Gottes“, also die Liebe Gottes hier auf Erden.
Und so können wir, auch wenn die Welt morgen nicht untergeht, heute Zeichen setzen gegen Resignation, Weltschmerz und Verdruss. Also den Menschen um uns herum zeigen, dass uns die Welt nicht egal ist, und wir uns selbst auch nicht nur am nächsten.
Wir können Menschen in unserem persönlichem Umfeld Mut machen.
Indem wir die, die krank sind, besuchen. Indem wir uns in der Hetze des Alltags mal ein paar Minuten mehr Zeit nehme, Menschen zuzuhören und nachzufragen: Wie geht es dir eigentlich?
Auch das ist für mich eine Art, einen Apfelbaum zu pflanzen, ein Apfelbäumchen für die Seele.
Und wenn es mir mal schlecht geht, hoffe ich auf einen lieben Menschen, der auch mir sagt: „Komm, auch wenn Du das Gefühl hast, dass morgen die Welt oder zumindest deine Welt untergeht, lass dich nicht runterziehen. Pflanze heute noch einen Apfelbaum.
Diese Hoffnung, dass Gott die Menschen trotz aller Resignation, trotz Weltschmerz und Verdruss nicht aus seiner Liebe ausschließt, verbindet uns mit den Menschen des alten Bundes. 

Baum schafft Verbindung zwischen Wittenberg und Daaden

Im Jubiläumsjahr 2017 - erinnert wird an die 500jährige Geschichte der Reformation, aber auch an die 200jährige Geschichte des Kirchenkreises – stehen auch weitere Pflanzaktionen an. Eine ganz besondere läuft ebenfalls in der nachösterlichen Zeit: Männerbeauftragter Thorsten Bienemann aus Daaden hatte sich schon sehr frühzeitig auf den Weg gemacht damit im „Luthergarten“ in Wittenberg auch ein Baum eine Verbindung in den Kirchenkreis Altenkirchen schafft. Gemeinsam mit der Kirchengemeinde wurde für einen der 500 Bäume, die in dem „Epizentrum der Reformation“ die Erinnerung an das 500. Jubiläumsjahr wach halten sollen, die Patenschaft übernommen.
Hier steht ein Baum, dessen Gegenstück im Juni oberhalb der Barockkirche von Daaden von Minister Roger Lewentz gepflanzt wird.
Die Baumpflanzaktion in Wittenberg wird vom Lutherischen Weltbund initiiert und viele Kirchen(gemeinden) in aller Welt beteiligen sich daran. Jeder der 500 in Wittenberg im Luthergarten gepflanzten Bäume bekommt ein Gegenstück in der Heimat der Baumpaten. Und der „Daadener Baum“ hat „Kollegen“ mittlerweile auf vielen Kontinenten.
So sind im zeitlichen Umfeld der Baumpflanzungen der Daadener auch Gemeinden aus Dänemark und Finnland, aus North Carolina und New Jersey in den USA, aber auch aus Chirala und Perala in Indien aktiv.
(Ausführlicher Bericht folgt).