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Diakonisches Werk:

 

Schuldnerberatung fordert sichere Finanzierung ihrer Arbeit

 

Überschuldete brauchen schnelle und starke Beratung!

Einen Rechtsanspruch auf ausreichende, niedrigschwellige und offene Beratungsangebote für überschuldete Menschen fordert das Diakonische Werk Altenkirchen. „Wenn Menschen in finanzielle Not geraten, brauchen sie – unabhängig von der Einkommenssituation – Unterstützung. Denn Überschuldung destabilisiert die Betroffenen in verschiedener Weise, nicht nur durch oft ungeklärte rechtliche, wirtschaftliche und soziale Fragen, sondern auch in psychischer und gesundheitlicher Hinsicht“, sagt Timo Schneider, Geschäftsführer des Diakonischen Werk anlässlich der bundesweiten Aktionswoche Schuldnerberatung. Nicht selten entstehe ein Teufelskreis, den die Betroffenen oft ohne Begleitung nicht durchbrechen könnten.

Verschuldung ist kein Einzelfall. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AGSBV) haben 647.136 Personen wegen finanzieller Probleme im Jahr 2015 in einer der 1.400 Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in Deutschland das Beratungsangebot in Anspruch genommen. Die Schuldenhöhe der beratenen Personen betrug durchschnittlich 34.400 Euro, was etwa dem 33-fachen ihres Monatseinkommens entspricht. Hauptursachen für die Überschuldung waren Arbeitslosigkeit, längerfristiges Niedrigeinkommen, gesundheitliche Probleme, Trennung oder Tod des Partners.

„Weitere gemeinnützige Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen müssten entstehen. Das ist notwendig, um – insbesondere im ländlichen Raum – den tatsächlichen Bedarf zu decken und lange Wartezeiten zu vermeiden.“ Notwendig sei auch der politische Wille, die finanzielle Kompetenz von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen zu entwickeln und zu stärken. Das helfe, die Problematik von Ver- und Überschuldung langfristig zu reduzieren. „Zudem muss die Finanzierung der Schuldnerberatung gesichert werden, damit dieses auf nachhaltige Stabilisierung zielende Angebot greift“, so Timo Schneider.

Ute Weber, Schuldner- und Insolvenzberaterin im Diakonischen Werk hält es zudem für erforderlich, den Schuldnerschutz zu stärken. Das 2010 eingeführte Pfändungsschutzkonto erfülle eine wichtige Schutzfunktion für Überschuldete. Bei der Umsetzung des Pfändungsschutzkontos habe es regional einige Probleme gegeben. Ute Weber fordert, darauf durch entsprechende Gesetzesänderungen zu reagieren, damit Schuldner und Beratungsstellen nicht unnötig belastet werden.

Aus ihrer Erfahrung in der Praxis hält es Ute Weber auch für notwendig, die bedarfsdeckende Existenzsicherung zu gewährleisten. Viele Ratsuchende, so seine Beobachtung, seien in prekären Beschäftigungsverhältnissen sogenannte „Aufstocker“. Eine ganzheitliche, politikfeldübergreifende Strategie sei erforderlich, um insbesondere Armut von Kindern und Jugendlichen zu bekämpfen. Und Ratsuchende mit niedrigem Einkommen dürften nicht länger gezwungen sein, bei größeren Reparaturen oder der Anschaffung einer Waschmaschine oder eines Kühlschranks Finanzierungsangebote zu nutzen oder Darlehen beim Jobcenter aufzunehmen. Ute Weber fordert zudem, dass der Anteil für Strom im Regelbedarf der Grundsicherung höher bemessen werden muss. „Die Grundversorgung mit Energie gehört zur Existenzsicherung. Die gestiegenen Kosten für Energie führen dazu, dass immer mehr Menschen mit niedrigem Einkommen ihre Strom- und Heizkostenrechnung nicht mehr bezahlen können und sich verschulden“, sagt die Schuldnerberaterin.

Schließlich müsse der Gesetzgeber eine Regelung finden, damit verschuldete Menschen, die Beitragsrückstände bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse oder in der privaten Krankenversicherung haben, dennoch Zugang zum Leistungsumfang der Regelversorgung erhalten. Zudem müsse es für so genannte Kleinselbstständige einen bezahlbaren Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung geben.

Die Schuldner- und Insolvenzberatung des Diakonischen Werks Altenkirchen findet im Stadthallenweg 16 in Altenkirchen, Telefon 02681-8008-20 und im Kirchplatz 8, 57548 Kirchen, Telefon 02741-9387-51 statt. Weitere Informationen erhalten Sie auch unter www.diakonie-altenkirchen.de und unter info@diakonie-altenkirchen.de.


 

Ferienangebot für Familien/Freude über Unterstützung in der Flüchtlingsarbeit

Sommerferienangebot für Familien

Das Mehrgenerationenhaus 'Mittendrin' veranstaltet in den Sommerferien vom 10. bis 14. Juli eine Sommerakademie. Unter dem Motto „Stadt, Land, Fluss“ können Eltern, Großeltern zusammen mit Ihren Kindern, Enkelkindern daran teilnehmen. Die Teilnahme an der Sommerakademie kann auch an einzelnen Tagen möglich und sie ist kostenfrei.

An jedem dieser Tage ist ein buntes Programm geplant welches in der Stadt und auf dem Land in der Natur stattfindet.

Stadt
Montag 10. Juli
Große Stadtrally in Altenkirchen

Land
Dienstag: 11. Juli
Das Umland erkunden. Ausflug zum Bismarckturm
mit Picknick und Spielenachmittag

Fluss
Mittwoch, 12. Juli
Wanderung nach Michelbach. Besichtigung der Michelbacher Mühle. Spiele am Fluss (Schiffchen bauen, Entenrennen …)

Tier
Donnerstag,13. Juli
Ausflug in den Tierpark nach Bad Marienberg

Beruf
Freitag, 14. Juli
Auf dem Weg zum interkulturellen Garten „ Quer Beet“ findet ein lustiges Berufe raten durch die Stadt statt. Gemeinsames, Gemüseschnippeln und Gemüsesuppe kochen mit verzehr.

Strapazierfähige, wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk sind neben der Selbstversorgung mit Lebensmitteln angesagt.

Unterstützt wird die Familien-Ferienfreizeit vom Landfrauenverband Altenkirchen und der Verbandsgemeinde Altenkirchen.

Bei ganz schlechtem Wetter finden alternative Angebote im Martin-Luther-Saal der Evangelischen Kirchengemeinde Altenkirchen statt.

Das Projekt wird finanziert aus Mitteln des Diakonischen Werks Altenkirchen sowie aus Mitteln der Evangelischen Erwachsenenbildung Rheinland-Pfalz.

Interessenten erhalten im Mehrgenerationenhaus Mittendrin ( 02681- 950 438 oder info@mgh-ak.de) oder im Diakonischen Werk Altenkirchen ( 02681- 8008 20 oder info@diakonie-altenkirchen.de) weitere Informationen. Im Mehrgenerationenhaus Mittendrin liegen bereits Listen zur Anmeldung bereit.

Allianz unterstützt Arbeit mit traumatisieren Kindern und Jugendlichen

Der gemeinnützige Förderverein Allianz für Jugend e.V. sowie die Allianz Hauptvertretung Fouquet und Balogh mit Sitz in Neustadt/Wied und Altenkirchen unterstützen die Arbeit des Psychosozialen Zentrums für Flüchtlinge und Folterüberlebende des Diakonischen Werks Altenkirchen mit einer Spende von 3.000 Euro. Mit der Spende sollen traumatisierte Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien über eine Kinder- und Jugendpsychotherapeutin eine Unterstützung erhalten.

Kriegserlebnisse können bei Kindern und Jugendlichen schwerste Traumatisierung zur Folge haben. Erfahrungen wie der Tod der Eltern oder naher Verwandter, Bombardierung, Raketenbeschuss, Granaten, Explosionen, Flucht, Verlust von Haus und Heimat, langfristige Trennung von den Eltern, Kidnapping, Zeuge oder Zeugin von Ermordung, Erschießung, Folter gehören für Kinder in Kriegsgebieten zum Alltag.

Oft werden sie selbst Opfer von Gewalt, Vergewaltigung und Folter, erleiden körperliche Verletzungen, werden zum Morden gezwungen oder leiden an Armut, Hunger, Deprivation und Unterernährung.

Traumatische Ereignisse treffen ein Kind sowohl auf mentaler als auch auf physischer Ebene völlig unvorbereitet. Solche Ereignisse sind außergewöhnlich, unvorhersehbar und liegen außerhalb der normalen zu erwartenden Lebenserfahrung eines jungen Menschen.

Die häufigsten Symptome nach einem Trauma sind Schlaf- und Angststörungen. Untersuchungen belegen, dass Kinder und Jugendliche, die verschiedenen Arten von Traumatisierung ausgesetzt waren, ähnliche Symptome im Sinne einer PTBS entwickeln können.

In dem Projekt sollen stabilisierende traumatherapeutische Angebote gemacht werden, damit die Kinder und Jugendlichen Vertrauen in die eigenen Selbsthilfekräfte entwickeln. „Dadurch können die Kinder und Jugendlichen Gefühle wahrnehmen und steuern und ihr Selbstbewusstsein und Identitätsbewusstsein stärken“ so Timo Schneider, Geschäftsführer des Diakonischen Werks, zu den Hauptzielen des Projekts. „Wir sind der Allianz deshalb sehr dankbar für ihr Engagement.“

Für die beiden Geschäftsführer der Allianz Hauptvertretung Matthias Balogh und Daniel Fouquet war es selbstverständlich, das Projekt zu unterstützen. „Uns ist die Region, in der wir leben und arbeiten sehr wichtig“, so die Initiatoren der Spende. „Deshalb übernehmen wir hier gerne soziale Verantwortung und freuen uns sehr, dass wir dazu beitragen konnten, die Trauma-Therapie für junge Flüchtlinge zu realisieren.“ Bei ihrem Besuch im Diakonischen Werk konnten sich Balogh und Fouquet von den Projektzielen überzeugen. Kirsten erläuterte die Ziele und Aufgaben des Psychosozialen Zentrums und die zukünftige Hilfe für die Kinder und Jugendlichen, die durch das Projekt geleistet werden kann.

Weitere Informationen über das Projekt erhalten Sie beim Diakonischen Werk Altenkirchen, Telefon (02681) 8008 20 oder unter info@diakonie-altenkirchen.de

Allianz

Aktiv fürs Projekt: (v.r.) Matthias Balogh, Michael Kurth, Daniel Fouquet, (jeweils Allianz Hauptvertretung Altenkirchen),  Timo Schneider, Kirsten Liebmann (jeweils Diakonisches Werk Altenkirchen). Foto: Diakonisches Werk