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Preisverleihung

Erstmals wurde der „Pfarrer-Theodor-Maas-Preis“ des Kirchenkreises verliehen. Superintendentin Andrea Aufderheide überreichten den Preis an Anna Culmann. Es freuten sich mit: Religionslehrer Pfr. Martin Haßler und Pfarrerin Barbara Kulpe als Laudatorin (v.l.).

 

Anna Culmann
wurde ausgezeichnet

Kreissynode in Altenkirchen: Preisverleihung und Zukunftsplanungen

 

Mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Christuskirche in Altenkirchen begann die Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises Altenkirchen. Der Hammer Gemeindepfarrer Andreas Stöcker hielt die Synodalpredigt und begab sich in seiner Predigt zu Joh. 8, 31+32 auf die „Suche nach der Wahrheit“. Kreiskantor Johann-Ardin Lilienthal gestaltete den Gottesdienst musikalisch aus.

Die Kollekte des Synodalgottesdienstes von rund 550 Euro geht wie im Vorjahr in den Partnerkirchenkreis Muku und soll dort für ein Dienstfahrzeug eingesetzt werden. Der flächenmäßig riesige Partnerkreis hat ein sehr schlechtes Straßennetz. Um überhaupt den Kontakt mit den vielen Gemeinden dort halten zu können, ist ein geländegängiges Fahrzeug dringend vonnöten. Pfarrer Peter Zahn (Herdorf), Vorsitzender des synodalen Ausschusses für Ökumene, Eine Welt und Partnerschaftsarbeit, warb für die Unterstützung für das „Fahrzeug-Projekt“ und dankte auch allen Gemeinden, die sich in der Vergangenheit dafür engagiert haben. Nachdem die jüngste Synode die „Reifen finanziert“ habe, schmunzelte er nun, dass das Auto nun auch eine Sitzbank haben dürfte.

Zu Beginn der anschließenden Synodaltagung im Forum der Kirchengemeinde Altenkirchen gab es ein Novum:  Die Synode des Evangelischen Kirchenkreises würdigte die Arbeit einer Schülerin des Freiherr-vom-Stein Gymnasiums Betzdorf-Kirchen und vergab damit erstmals den im Vorjahr beschlossenen „Pfarrer-Theodor-Maas-Preis“.

Anna Culmann, Schülerin der MSS 12, erhielt den mit 200 Euro dotierten Preis  für ihre Arbeit „Kirchenpolitik und christliches Bekenntnis 1933. Die Sportpalastrede des Gauobmanns Dr. Krause und ihre weit reichenden Auswirkungen.“

Culmann hatte diese Arbeit im Rahmen des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten angefertigt und wurde dafür bereits im September mit einem Förderpreis ausgezeichnet.

Die Herdorferin beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit einer antisemitischen Rede eines „Deutschen Christen“, die entscheidend dazu beitrug, dass innerhalb der evangelischen Kirche Widerstand gegen die NS-Kirchenpolitik entstand. Die „Deutschen Christen“ waren eine Gruppierung von evangelischen Christen, welche die Kirche nach den Vorstellungen des Nationalsozialismus umgestalten wollten. Ihnen stellte sich die „Bekennende Kirche“ ab 1934 entgegen.

Culmann untersucht in ihrer Arbeit die Reaktionen im Kirchenkreis Altenkirchen auf die erwähnte Rede. In Betzdorf hatte das Presbyterium mit einer Erklärung protestiert. Diesen Protest ordnet die Schülerin in die historische Situation der damaligen Zeit ein. Sie fragt auch nach den psychologischen Hintergründen der damaligen Hitlerbegeisterung und vergleicht Adolf Hitlers Antisemitismus mit Martin Luthers Hass auf die Juden.

Anna Culmanns Idee zur dieser Arbeit entstand bereits durch den Religionsunterrichtes in der 10. Klasse bei Pfarrer Haßler. In der Entwicklung ihrer Forschung unterstützten sie ihre Lehrer Jens Wöllner, Martin Haßler und Hanns Göbel. Und die Kirchengemeinde Betzdorf öffnete für Culmann ihre Archivschränke.

Der neu gestiftet Preis für besondere Leistungen im Fach Evangelische Religion erinnert an Pfarrer Theodor Maas, der von 1921 bis zu seinem Tod im Jahr 1943 Pfarrer in Altenkirchen war. Als Pfarrer der „Bekennenden Kirche“ und selbst jüdischer Abstammung war er Anfeindungen und roher Gewalt ausgesetzt.

Pfarrer Maas hat, nachdem evangelischer Religionsunterricht in manchen Schulen unmöglich geworden war, versucht, in Privathäusern weiterhin Religionsunterricht zu erteilen.

Der mit 200 Euro ausgestatte Preis soll nun jährlich die Projekte von Schülerinnen und Schülern aus allen Schulformen würdigen. „Damit soll die wichtige Bildungsarbeit des Religionsunterrichts heraus gestellt werden. Lehrkräften und ihre Schülerinnen und Schülern will er Mut machen, im Fach Evangelische Religion neue und spannende Wege zu gehen“, heißt es in der Ausschreibung. Nicht zuletzt will er auch für ein Studium der Evangelischen Theologie werben. 

Überreicht wurde der Preis von Superintendentin Andrea Aufderheide, Laudatorin war die Jury-Vorsitzende Schulpfarrerin Barbara Kulpe (Hamm/Dierdorf). Über die Vergabe des Preises hatte die Jury  aus Mitgliedern des synodalen Schulausschusses (Pfarrerin Barbara Kulpe, Lehrerin Ute Marx-Schierhorn und Pfarrer Thomas Rössler-Schaake) entschieden.
Anträge für die Preis-Verleihung 2018 sind beim Schulreferat des Kirchenkreises in Altenkirchen möglich.

Superintendentin zog Bilanz

In ihren Bericht an die Synode, der traditionell den Schwerpunkt des ersten Synodentages im Herbst bildet, zog Superintendentin Andrea Aufderheide eine Bilanz des Jubiläumsjahres. „ Wir haben gut daran getan, auf eine große Zentralveranstaltung zu verzichten zugunsten einer beeindruckenden Vielzahl kleinerer Veranstaltungen an verschiedenen Orten und in allen vier Regionen unseres Kirchenkreises.
In evangelischer Vielfalt wurden Menschen zu Gottesdiensten an „ungewöhnlichen Orten“ eingeladen, etwa in den RegioBahnhof Wissen oder auf‘s Gelände des Westerwaldmuseums in Steinebach oder zum Barbaraturm nach Malberg. Bei allen drei Gottesdiensten (mit insgesamt ca. 600 Teilnehmenden) und auch bei Gemeindeveranstaltungen (Wanderungen von Kirchturm zu Kirchturm oder zu allen Orten einer Kirchengemeinde) zeigte sich, dass mit diesen Veranstaltungen, welche die ‚sicheren Mauern der Kirche‘ verließen, auch viele Menschen erreicht wurden, die nicht zur Kerngemeinde gehören. Dies sollte uns ermutigen, auch in Zukunft solche Veranstaltungen zu planen und anzubieten“, unterstrich sie.

Ein Schwerpunkt ihres Berichts waren auch die Herausforderungen für die künftige Gestaltung kirchlichen Lebens in ländlichen Räumen. Im Juni dieses Jahres hatten sich  die Abgesandten aus den 16 Kirchengemeinden in Kirchen zu einem Workshop getroffen und dort Ideen gesammelt und erarbeit, wie man künftig angesichts von schwindenden personellen und finanziellen Ressourcen agieren will. Im kommenden Jahr soll  – nach mehrfachen Treffen von den Gemeindevertretern in ihren „Regionenräumen“ - auch synodal weitergedacht werden.

„Natürlich ist es schwierig, heute schon vorauszusehen und zu planen, was in zehn oder 15 Jahren in unseren Gemeinden, Regionen und im Kirchenkreis sein wird. Dennoch ist es notwendig und geboten, die Entwicklungen frühzeitig wahrzunehmen, da grundlegende Veränderungsprozesse ihre Zeit beanspruchen und Entscheidungen sich an der Frage orientieren sollten, „auf welchen Wegen in dieser Gemeinde (und/oder Region) das Evangelium die besten Chancen hat, Menschen zu erreichen,“ mahnte Aufderheide.  Text: Martin Haßler/Petra Stroh

 

Weitere „Regionalsekretariate“ im Blick

Zahlreiche Finanz- und Zukunftsplanungen und auch Wahlen bestimmten den zweiten Synodentag.

Personalplanungskonzepte für die nächste Dekade und erste Erfahrungen mit sogenannten „Regionalsekretariaten“ zur Optimierung der Finanzbuchhaltung wurden von den Synodalen in Altenkirchen ebenso diskutiert und beschlossen wie der Haushaltsplan 2018 mit einer erwarteten Einnahme von 8,2 Millionen Euro und der Stellenplan. In 2018 wird laut Beschluss der Kreissynode erstmals die Verwaltungsumlage für die Kirchengemeinden berücksichtigt und gesondert festgesetzt.
Rund 38 300 Mitglieder (2017: 38 600) gehören aktuell zum Kirchenkreis.

Künftig kann der Kreissynodalvorstand (KSV) – so ein Synodenbeschluss - Mitglieder der Fachausschüsse nachberufen. So können auch abseits der Synodentermine Ausschüsse schneller personell ausgestattet werden. Zudem werden Nominierungsausschuss und Kreissynode entlastet. Ausnahme: Der Geschäftsführende Ausschuss des Diakonischen Werkes. Er muss immer von der Kreissynode bestimmt werden, da ihm durch die Satzung Rechte übertragen wurden.

Regio

Ausführliche Informationen zu den sog. "Regionalsekretariaten" gab der Synodale Rainer Jung aus Daaden (links) der Kreissynode. Er interviewte zudem die Miarbeiterinnen Hagesheimer (Mitte) und Scholz (rechts) aus Betzdorf und Wissen zu ihren Erfahrungen in einer Pilotphase.

Personalia

Wahlgang

Wahlen:

In den Kreissynodalvorstand (KSV), das Leitungsgremium des Kirchenkreises, wählte die Synode Reinhild Rossbach (Kirchengemeinde Hilgenroth) als „Synodalälteste“und Martina Pohlmann-Jerusalem (Kirchengemeinde Wissen) als stellvertretendes Mitglied.

Nachwahl

Reinhild Roßbach (links) wurde als Synodalälteste des Kirchenkreises gewählt. Superintendentin Aufderheide (Mitte) begrüßte sie im Kreis des Leitungsgremiums, ebenso wie Martina Pohlmann-Jerusalem (rechts), die neu in eine Stellvertreter-Position gewählt wurde.

Vorsitzende

Als Vorsitzende von Fachausschüssen wurden (v.r.) Pfarrerin Barbara Kulpe aus Almersbach (Schulfragen), Pfarrerin Anja Karthäuser aus Betzdorf (Erwachsenenbildung) und Pfarrer Eckhard Dierig aus Kirchen (Finanzen) gewählt.

 

Als Synodalbeauftragte wurden gewählt:

Pfarrerin Kirsten Galla, Daaden (Deutscher Evangelischer Kirchentag).
Pfarrerin Andrea Ehrhardt, Altenkirchen (Seniorenarbeit).
Pfarrer Heinz-Günther Brinken, Betzdorf (Notfallseelsorge für den oberen Kirchenkreis).
Pfarrer Dr. Wolfgang Petkewitz (Religionsunterricht Berufsbildende Schulen.

Stv. VertreterInnen im Kuratorium für Gemeindedienst und Ökumene:
Ilme Willberg (KG Schöneberg)
Erhard Waßmuth (KG Birnbach).

Vierte Stellvertretung der Abgeordneten zur Landessynode:
Elke Schumann, KG Flammersfeld

Zudem wurde Pfarrer Andreas Stöcker (Hamm) in den Finanzausschuss des Kirchenkreises nachberufen.

Sonja Alberti ist seit 1. Oktober für die Fachberatung „Kindertagesstätten“ der Kirchenkreise Wied, Altenkirchen und An Sieg und Rhein zuständig. Sie stellte sich der Kreissynode vor.

Sonja Alberti

Sonja Alberti

 

Mit großem Dank und Erinnerungsgeschenken würdigte Superintendentin Andrea Aufderheide im Namen der Synode langjährige haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende, die den Kirchenkreis verlassen oder sich aus ihren Ämtern verabschiedet haben.

Dank für langjähriges haupt- und ehrenamtliches Wirken:

Timo Schneider

Verabschiedet wurde im Kreise der Kreissynode der Geschäftsführer der Diakonie des Kirchenkreises, Timo Schneider, der nach sechsjährigem Wirken den Kirchenkreis verlässt und eine neue Aufgabe in der Pfalz übernimmt. Schneider (rechts) war neben seinem Hauptamt auch ehrenamtlich als stv. Vorsitzender des Seelsorgeausschusses aktiv.

Brigitte Busch aus Herdorf, die über viele Jahrzehnte die Frauenarbeit im Kirchenkreis und im Kreisverband der Evangelischen Frauenhilfe prägte und leitete, wurde in diesen Ämtern, ebenso wie als Mitglied des Kreissynodalvorstandes, verabschiedet.

Aus seinem Amt als langjähriger Synodalbeauftragter für den Religionsunterricht an berufsbildenden Schulen wurde Schulpfarrer Hansjörg Weber (Daaden) verabschiedet.

 

Pfarrer Volk

Ebenfalls aus einem synodalen Amt – dem des Vorsitzenden des Finanzausschusses – wurde Pfarrer Hans-Jürgen Volk (Eichelhardt/links) verabschiedet.

 

Jubiläen:

Sein 60. Ordinationsjubiläum feierte Pfr.i.R. Horst-Dieter Finke, Altenkirchen.

Sein 50. Ordinationsjubiläum feierte Pfr.i.R. Manfred Kaiser, Altenkirchen.

Pfarrer Triebel Kulpe

Sein 25. Ordinationsjubiläum feierte Gemeindepfarrer Joachim Triebel-Kulpe (links) aus Almersbach.

 

Gäste der Herbstsynode

Zahlreiche Gäste kamen zur Herbstsynode des Kirchenkreises, darunter auch der Beigeordnete der Stadt Altenkirchen, Paul-Josef Schmidt und Dechant Rudolf Reuschenbach von der katholischen Kirche, Emeriti, VertreterInnen übergeordneter kirchlicher Dienste und neue Mitarbeitende im Kirchenkreis.

Gute Wünsche zur Synode gab es in schriftlicher Form von der Landeskirche,  Landrat Michael Lieber, den zeitgleich tagenden Synoden der Nachbarkirchenkreise, aus dem „Oberen Havelland“ und sogar via mail von den Freunden im Partnerkirchenkreis Muku im Kongo.

 

 

Termine:

  • Zukunftswerkstatt „Kirchenkreis 2025“ – Samstag, 9. Juni 2018 in Hamm/Sieg.

 

  • Gottesdienst zum Männersonntag mit dem EKD Ratsvorsitzenden Dr. Heinrich Bedford-Strohm: Sonntag, 22. Juli 2018, 14 Uhr, Barockkirche Daaden.
  • Treffen der Kreissynodalvorstände Altenkirchen und „Oberes Havelland: September 2018

 

  • Deutsch-französische Begegnung mit dem Evangelischen Dienst auf dem Lande und der Mouvement d’Action Rurale (MAR) der protestantischen Kirche in Frankreich u.a. „Europa im Umbruch – Selbsthilfe als Prinzip einer Neuausrichtung in ländlichen Regionen“ – 5. bis 8. Oktober (Erntedankfest) im Kirchenkreis Altenkirchen.
  • Herbstssynode 2018: 9. und 10. November 2018

 

  • Sommersynode 2019 mit inhaltlichem Schwerpunkt „Abendmahl“

 

Daten und Ziele der kreiskirchlichen Kollekte in 2018

  • 25.2. Partnerkirchenkreis Muku
  • 24.6. Psychosoziales Zentrum für traumatisierte Flüchtlinge und Folterüberlebende/Diakonisches Werk
  • 28.10. Stiftung des Kirchenkreises

 

Singend

Auch stimmgewaltig präsentierten sich die Synodalen bei der Herbstsynode im Forum der Kirchengemeinde Altenkirchen. Alle Fotos: Petra Stroh