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Nach dem Großumbau ist nun alles wieder unter einem Dach vereint

 

Infos/Geschichten rund ums „Haus der Kirche“

Infotafel

Alle Dienststellen des „Haus der Evangelischen Kirche“ sind nun wieder im Stadthallenweg vereint. Ein neuer „Zentraler Eingangsbereich“ - siehe Foto unten - für alle BesucherInnen rückte nach dem Umbau nun an die rechte Seite des Gebäudes. (Alle Fotos – sofern nicht anders ausgezeichnet – Petra Stroh).

Eingangsbereich

Noch laufen einige Schönheitsreparaturen und so manche Herausforderung des Alltagsbetrieb fordert noch, doch das Leben im umgebauten „Haus der Evangelischen Kirche“ im Altenkirchener Stadthallenweg nimmt so langsam einen geregelten Gang auf. Mehr als anderthalb Jahre war „Baustelle“ angesagt. Ende Februar soll das kirchliche Haus offiziell wieder in den Betrieb genommen werden.

Hausansicht

Rund 2,1 Millionen Euro investiert der Kirchenkreis in den Um- und Ausbau seines „Haus der Evangelischen Kirche“ in Altenkirchen.
Ein Prunkbau wurde es dennoch nicht: Den Großteil der Bausumme schluckten  zwingende Notwendigkeiten: Aktuelle Brandschutzauflagen mussten erfüllt werden und so mache „Schwelle“ verschwand, damit künftig auch Menschen mit Behinderungen die Beratungs- und Informationsangebote annehmen können.
Dass bei den Bauarbeiten auch Energieeinsparungen bedacht wurden, lag allen Beteiligten sehr am Herzen. Schon in der Vergangenheit wurden CO2 mindernde Arbeiten angepackt, nun bot der Umbau weitere Möglichkeiten der „Schöpfungsbewahrung“. „Es sind notwendige, zukunftsweisende Investitionen“, unterstreicht Superintendentin Andrea Aufderheide und verweist darauf, dass seit  mehr als zehn Jahren auf dem Dach des „Hauses der Evangelischen Kirche“ erneuerbare Energie mittels einer Photovoltaikanlage produziert wird. „Nun sind weitere Energiesparmaßnahmen und eine sinnvolle Heiztechnik dazugekommen“, ergänzt sie.

Energietafel

Energie sparen und ökologisch „erzeugen“ ist dem Kirchenkreis ein wichtiges Anliegen. Seit mehr als zehn Jahren bereits produziert die Photovoltaikanlage auf dem Dach Strom aus Sonnenenergie. Bei den Umbaumaßnahmen wurden auch die ökologischen Belange des Hauses immer wieder in den Blick genommen und verbessert.

Vor dem Beginn der Bauarbeiten im Juni 2013 wurde eine „AG Umbau“ gegründet. Seither haben deren Mitglieder hunderte von Stunden eingesetzt, damit alles rund um Umbau, Übergangsphase und Neustart möglichst reibungslos vonstatten gehen konnte.
Viel Zeit und Kraft setzten die AG-Mitglieder ein, sollten doch die Mitarbeitenden und Besucher im „Haus der Kirche“ von der Umbauaktion so  wenig wie möglich im Alltagsbetrieb betroffen sein.

AG Umbau

Die AG Umbau machte regelmäßige Baustellen-Besichtigungen und war und ist im Vorfeld der Bauarbeiten noch engagiert am Werk.

Stichwort „AG Umbau“: Mitglieder in diesem engagierten Team sind neben Superintendentin Andrea Aufderheide und Verwaltungsleiter Uwe Danner, die KSV-Mitglieder Christa Hillmer und Bernd Wengenhöfer, sowie Heike Koch, Ute Weber und Schulreferent Martin Autschbach. Unterstützt wurde die AG von den beiden Sachverständigen „Bau und Energie“: Wünch und Conrad.

So kam früh der Plan auf, die einzelnen Dienststellen während der Umbauarbeiten auszuquartieren. Im Alltagsbetrieb den Umbau zu stemmen, hätte weitaus länger als die 18 Monate Bauzeit bedeutet und wäre auch keinem zumutbar gewesen. So gab es den Kirchenkreis mit seinen Dienststellen und Einrichtungen (Diakonisches Werk, Verwaltung, Schul- und Jugendreferat, aber auch das Büro der Kirchengemeinde Altenkirchen) plötzlich an drei Standorten. Während das Diakonische Werk in der Bahnhofstraße seiner Arbeit nachging, rückten Verwaltung und Gemeindebüro in der Frankfurter Straße eng beieinander und Schul- und Jugendreferat mit ihren vielen Medien zog nach Mammelzen.

Luther und Superintendentin

Ab in die Kiste hieß es auch für „Martin Luther“: Superintendentin Andrea Aufderheide packte ihn zum Umzug im Juni 2013 sicher ein.

Seit Anfang Januar sind nun alle wieder unter einem Dach im Stadthallenweg vereint und strukturieren ihren Alltag neu. Gruppentreffen sind nun hier wieder möglich und alle froh, dass man auch technisch wieder verbunden und „weltweit“ gleich schnell unterwegs sein kann.

Ein bisschen stolz ist man in der ‚AG Umbau’ ‚dass man die vorab von der Kreissynode vorgegebenen Planungen und den Finanzrahmen wohl einhalten konnte.
Wie üblich bei einer Baumaßnahme dieser Größenordnung gab es nach dem Blick in die leer geräumten Örtlichkeiten doch so manche Überraschung.
Einiges musste angesichts neuer Tatsachen überdacht werden.
Doch die Überraschungen waren nicht nur finanziell spannend: so wurde u.a. ein alter Öltank bei den Erdarbeiten gefunden, aber auch ein schöner Wandfries in Büroräumen, die in den früheren Nutzungszeiten des Hauses als Gemeinde-Versammlungsraum dienten.

Wandfries

In Büroräumen, die Teile des ehemaligen großen Versammlungsraum im Erdgeschoss  des Hauses sind, fand man unter den lange „abgehängten“ Decken Teile eines Wandfries.

Das Haus hat eine „bewegte Geschichte“

Das „Haus der Kirche“ hat eine spannende Geschichte. Das Gebäude wurde im Jahr 1908 von einem Altenkirchener Pfarrer in Ermangelung eines Gemeindehauses auf dem Grundstück der Kirchengemeinde erbaut und dieser im Jahr 1924 geschenkt.
Neben einem großen (teilbaren) Gemeindesaal bot das Haus zahlreichen Menschen Wohnung. U.a. den Gemeindeschwestern, diente aber auch als „Herberge für Obdachlose“. Im ersten Weltkrieg wurde das Haus auch als Lazarett genutzt; Teilbereiche waren einst Kindergarten: „Kinderverwahranstalt“…

Postkarte Haus der Kirche

Eine Postkarte von 1917 – die Aufnahme stammt wohl von Carl Käppele – zeigt das Gemeindehaus von der Schützenstraße aus. Quelle: Postkartenarchiv Stefan Duchardt

Der „Frauenverein“ war einst im großen Saal aktiv, während des 2. Weltkriegs diensten einige Räume für die gewerbliche und „Jugendklasse“ der landwirtschaftlichen Berufsschule. Im März 1945 durch Bomben beschädigt, konnte dennoch bis 1953 der große Saal als sonntäglicher Gottesdienstraum genutzt werden. Wohnungsmäßig rückte man nach dem Krieg eng beieinander: Pfarrer, Küster, Hilfsprediger, Vikare und andere kirchliche Mitarbeitende – teils mit ihren Familien – fanden irgendwie Unterkunft dort.
Eine erste Sanierung war 1961 abgeschlossen. Das Haus bot erneut Wohnraum (u.a. für den Kirchenmusiker), aber auch Räume für die Jugend, eine Jugendbücherei, den Dienst der „inneren Mission“ (später Diakonie), eine kleine Gemeindeverwaltung und die Kirchensteuerleitstelle.
1963 wurde das alte Dach angehoben und begradigt, dass erlaubte die Schaffung von weiterem Wohnraum. Seit 1967 war das „Gemeindehaus“ dann auch Sitz der Superintendentur mit allen kreiskirchlichen Dienststellen (der Altenkirchener Pfarrer Nattland war Superintendent des Kirchenkreises geworden).

Archivbild Haus der Kirche

Aus einer Umbauphase des Hauses (1963?) stammt diese Aufnahme. Quelle: Postkartenarchiv Stefan Duchardt

Kleinere Erweiterungen und Umbauten waren danach stetig vonnöten. So brauchten die Diakonie und Beratungsstelle, später auch das Schulreferat entsprechenden Platz, aus den noch immer vorhandenen Wohnungen im Haus wurden nach und nach Büroräume.
Am 1. Januar 1983 wurde das Haus von der Kirchengemeinde Altenkirchen an den Kirchenkreis verkauft und trägt seither den Namen „Haus der Evangelischen Kirche“. Das Büro der Kirchengemeinde Altenkirchen gehörte weiterhin dazu.

In einem Gemeindebriefartikel von 1994 beschreibt Heinz Krämer die Geschichte des Hauses der Kirche eindrücklich.

Er ist als PDF-Dokument hier abrufbar:

2008 begannen Planungen für den aktuellen Umbau

Durch die nach und nach erfolgten „Inanspruchnahmen“ von Wohnraum als Bürofläche – ohne dass diese durch grundlegende Umbaumaßnahmen begleitet wurden – zeigte sich im Laufe der Jahre immer deutlicher die Notwendigkeit einer baulichen und funktionsgerechten Umstrukturierung des Hauses. Folgende Erfordernisse wurden festgestellt:

Nachdem der Kreissynodalvorstand und der Fachausschuss für Umwelt, Mitwelt und Bewahrung der Schöpfung diese Fragestellungen grundlegend beraten haben, wurde 2008 eine Arbeitsgruppe Umstrukturierung eingesetzt. Erste bautechnische Lösungen erfolgten im Jahr 2009 durch die komplette Isolierung des Daches und die Erneuerung schadhafter Dachflächenfenster.

Seit 2010 erfolgten Überlegungen für ein bauliches Gesamtkonzept. Es wurde deutlich, dass zur Herstellung der Barrierefreiheit der Einbau eines Aufzuges unabdingbar sei und die Schaffung eines gemeinsamen Eingangsbereiches diese unterstützt.
Auch die Parkplatzsituation am „Haus der Ev. Kirche“ soll verbessert werden.

Unabhängig davon waren Vorgaben des Brandschutzes zwingend zu erfüllen, die umfangreiche Baumaßnahmen erfordern.

All diese Beratungen flossen im Dezember 2011 in einen ersten Plan eines Architekturbüros ein.

In diesem Plan zeigte sich sehr deutlich, dass durch die Umbauerfordernisse Flächen von rund 100 Quadratmetern verloren gehen. Um den aktuellen Raumbedarf zu decken und eine zukunftsweisende Nutzung sicher zu stellen, wird eine zusätzliche Fläche von mindestens 150 Quadratmetern benötigt. Dabei wurde auch die Verbesserung des Sitzungsbereiches, die Anforderungen an Sozialräume und die Schaffung von Stellplätzen berücksichtigt. Damit würde die Situation für Ratsuchende und Besuchende deutlich verbessert und den Anforderungen an eine Arbeitsstätte für zurzeit rund 50 hauptamtlich Mitarbeitende Rechnung getragen.

Große Einigkeit herrschte, dass man alle Arbeitsbereiche gerne unter einem Dach vereint halten wollte. Nachdem sich dann die „Um-/Anbaulösung“ finanziell günstiger darstellte als ein kompletter Neubau auf der „grünen Wiese“, gab die Kreissynode 2012 ihre Zustimmung zu den Umbauplänen, im Sommer 2013 konnten die Bauarbeiten starten und das Wunschziel „Stadthallenweg-Verbleib und bessere Bedingungen“ angegangen werden.